Kriegswesen

Durch die Behauptung des Philosophen und Historikers J. G. Herder verbreitete sich in der Romantik die Vorstellung von der Sanftmut der Slawen. Sie wurden im Gegensatz zu den kampflustigen Germanen als friedliche Ackerbauern beschrieben. Historische und archäologische Studien widerlegen diese Vorstellung. Ohne kriegerische Fähigkeiten hätten sich niemals jene großen slawischen Expansionen des 6. - 8. Jh. vollziehen können, auch wenn die äußeren Bedingungen dafür günstig gewesen wären.

Beide Großmächte des Frühmittelalters, Byzanz und das Frankenreich, führten mit wechselndem Erfolg jahrelange Kämpfe mit den slawischen Nachbarstämmen und Staaten. Das Gleiche gilt von den unaufhörlichen Konflikten zwischen den Ostslawen und den Steppennomaden.

Über die Rüstung der slawischen Krieger informieren archäologische Funde, aber auch ikonographische Darstellungen.

Ein wichtiger Truppenteil der Slawenheere war die Reiterei, wenn ihre Rolle auch nicht so entscheidend wie bei den Awaren, Bulgaren, Magyaren und sonstigen Nomaden war.

© 2006 Michael Klobutschar www.slawen-in-europa.eu.tf