Ein historischer Querschnitt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Völkerwanderung
Kriegswesen
Landwirtschaft
Handwerk und Handel
Kulturelle Entwicklung
Recht
Sozialordnung
Die Tragödie des nordwestlichen Zweiges der Slawen
Wendenkreuzzug - Christianisierung und Germanisierung
Die große Expansion der Slawen
Balkanvorstoß
Die Osmanen
Die Kroaten
Die Slowenen
Mährische Reich
Die Serben
Der böhmische Premyslidenstaat als Erbe des grossmährischen Reiches
Der polnische Piastenstaat
Die slawische Expansion nach Osteuropa
Die Anfänge des Kiewer Reiches
Die Rolle der normannischen Waräger in der Geschichte der Ostslawen
Epilog
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Die ersten slawischen Siedler erzeugten ihren gesamten Lebensbedarf an Werkzeugen, Gefäßen, Kleidung und Waffen in Heimarbeit. Manches besorgten sie im Tauschhandel oder es war Beutegut. Aber als die landwirtschaftliche Produktion funktionierte und die Geräte in größerer Anzahl vorhanden waren, bahnte sich ein Wandel an. Von der Naturalwirtschaft sonderten sich durch Arbeitsteilung selbstständige Handwerke ab. Durch die soziale Teilung der Bevölkerung und die Entstehung größerer Siedlungen entfaltete sich der Handel.

Vergoldete Kugelknöpfe mit geometrischen Motiven


Riemenbeschläge mit reichen Verzierungen

Eisenschmelzer stellten Eisen her und Schmiede verwendeten dieses Material zur Herstellung von Arbeitsgeräten und Waffen. Die Technik des Metallschmelzens hatte sich in Europa vom Vorderen Orient aus schon im 1. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung verbreitet und war den Slawen schon in ihrer transkarpatischen Urheimat bekannt.
Der mit dem Feuer arbeitende und mit dem Eisen wichtiges Gerät erzeugende Schmied, wurde fast wie ein Zauberer verehrt. Davon berichten zahlreiche Sagen und Märchen.

Die Holzbearbeitung war lange Zeit Heimarbeit.

Wagen, über deren Aussehen nichts bekannt ist, werden den Slawen von byzantinischen Chronisten schon im 6. Jh. bescheinigt. Ohne sie wären ihre Migrationsbewegungen auch nicht möglich gewesen.

Auch das Weben von Stoffen wurde bis zum 10. Jh. nur im Haus durchgeführt. Ibrahim ibn Jakub, einem aus Spanien stammender Kaufmann entging nicht, dass in Prag damals mit Tüchlein bezahlt wurde. Das Wort „platit” bedeutet „zahlen” und hängt mit dem Wort „platno” (Leinen) zusammen. Er beschrieb auch verschiedene Gewerbebetriebe in Prag des 10. Jh., darunter mehrere Sattlereien und Schildermachereien.

Der ungekrönte König der Handwerker war zweifellos der Goldschmied und Juwelier. Seine Erzeugnisse gehören schon zum Kunstgewerbe und werden als Gradmesser für den kulturellen Stand der Zeit und des Milieus angesehen.

Mit der Weiterentwicklung des Gewerbes war eine Steigerung des Handels verbunden, der bereits zu Samos Zeit einsetzte. Allerdings blieben die Handelskontakte zwischen den slawischen Ländern und ihren Nachbarn bis zum Beginn des 9. Jh. sporadisch. Mit der gesteigerten Wertschöpfung des Gewerbes und dem Entstehen slawischer Staaten und Handelszentren im Norden und Osten Europas, sowie dem Transithandel mit Byzanz und dem Orient, war eine vollkommen neue Situation gegeben.

Die Donaustraße und die Bernsteinstraße von der Ostsee über Mähren in den Mittelmeerraum waren schon seit römischer Zeit als Fernstraßen bekannt.
Die Nord-Süd-Magistrale, die Skandinavien über Kiew und Byzanz mit dem vorderasiatischen Raum verband, gewann erst im Laufe des 9. bis 10. Jh. an Bedeutung, während der Ost-West-Handelsweg von Kiew über Krakau und Prag nach dem Westen führte.

Vor der Einführung von Münzen dienten verschiedene Metallbarren, Silber nach Gewicht, Stoffstücke, Edelfelle und Salz als Zahlungsmittel. Bald kamen auch fremde Münzen in Umlauf, besonders arabische, byzantinische und später okzidentale. Dies wird durch Schatzfunde aus der Umgebung der wichtigsten Zentren und Landstraßen nachgewiesen.

Böhmischer Schmuck des 9. - 10. Jh.

Ein selbständiges Goldschmiedehandwerk hat sich schon frühzeitig entwickelt.

In den slawischen Ländern bildeten ab dem 10. Jh. Gewerbetreibende und Kaufleute wichtige Elemente der Gesellschaft. Sie waren nicht nur mitbestimmend für die wirtschaftliche und die kulturelle Entwicklung, sondern waren auch an der Gründung und dem Ausbau von Städten maßgebend beteiligt.
Zusammen mit der Arbeitsteilung gab diese Entwicklung Impulse, die noch heute nachwirken.

Fernhandelsverbindungen des frühmittelalterlichen Europas

Der europäische Handel im 15. Jh.

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© 2006 Michael Klobutschar Impressum & Literaturhinweise www.slawen-in-europa.eu.tf