Die ersten slawischen Siedler erzeugten ihren gesamten Lebensbedarf an
Werkzeugen, Gefäßen, Kleidung und Waffen in Heimarbeit. Manches besorgten sie im
Tauschhandel oder es war Beutegut. Aber als die landwirtschaftliche Produktion
funktionierte und die Geräte in größerer Anzahl vorhanden waren, bahnte sich ein
Wandel an. Von der Naturalwirtschaft sonderten sich durch Arbeitsteilung
selbstständige Handwerke ab. Durch die soziale Teilung der Bevölkerung und die
Entstehung größerer Siedlungen entfaltete sich der Handel.
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Vergoldete Kugelknöpfe mit geometrischen Motiven
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Riemenbeschläge mit reichen Verzierungen
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Eisenschmelzer stellten Eisen her und Schmiede verwendeten dieses Material
zur Herstellung von Arbeitsgeräten und Waffen. Die Technik des Metallschmelzens
hatte sich in Europa vom Vorderen Orient aus schon im 1. Jahrtausend vor unserer
Zeitrechnung verbreitet und war den Slawen schon in ihrer transkarpatischen
Urheimat bekannt.
Der mit dem Feuer arbeitende und mit dem Eisen wichtiges Gerät erzeugende
Schmied, wurde fast wie ein Zauberer verehrt. Davon berichten zahlreiche Sagen
und Märchen.
Die Holzbearbeitung war lange Zeit Heimarbeit.
Wagen, über deren Aussehen nichts bekannt ist, werden den Slawen von
byzantinischen Chronisten schon im 6. Jh. bescheinigt. Ohne sie wären ihre
Migrationsbewegungen auch nicht möglich gewesen.
Auch das Weben von Stoffen wurde bis zum 10. Jh. nur im Haus durchgeführt.
Ibrahim ibn Jakub, einem aus Spanien stammender Kaufmann entging nicht, dass in
Prag damals mit Tüchlein bezahlt wurde. Das Wort „platit” bedeutet „zahlen” und
hängt mit dem Wort „platno” (Leinen) zusammen. Er beschrieb auch verschiedene
Gewerbebetriebe in Prag des 10. Jh., darunter mehrere Sattlereien und
Schildermachereien.
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Der ungekrönte König der Handwerker war zweifellos der Goldschmied und
Juwelier. Seine Erzeugnisse gehören schon zum Kunstgewerbe und werden als
Gradmesser für den kulturellen Stand der Zeit und des Milieus angesehen.
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Mit der Weiterentwicklung des Gewerbes war eine Steigerung des Handels
verbunden, der bereits zu Samos Zeit einsetzte. Allerdings blieben die
Handelskontakte zwischen den slawischen Ländern und ihren Nachbarn bis zum
Beginn des 9. Jh. sporadisch. Mit der gesteigerten Wertschöpfung des Gewerbes
und dem Entstehen slawischer Staaten und Handelszentren im Norden und Osten
Europas, sowie dem Transithandel mit Byzanz und dem Orient, war eine vollkommen
neue Situation gegeben.
Die Donaustraße und die Bernsteinstraße von der Ostsee über Mähren in den
Mittelmeerraum waren schon seit römischer Zeit als Fernstraßen bekannt.
Die Nord-Süd-Magistrale, die Skandinavien über Kiew und Byzanz mit dem
vorderasiatischen Raum verband, gewann erst im Laufe des 9. bis 10. Jh. an
Bedeutung, während der Ost-West-Handelsweg von Kiew über Krakau und Prag nach
dem Westen führte.
Vor der Einführung von Münzen dienten verschiedene Metallbarren, Silber nach
Gewicht, Stoffstücke, Edelfelle und Salz als Zahlungsmittel. Bald kamen auch
fremde Münzen in Umlauf, besonders arabische, byzantinische und später
okzidentale. Dies wird durch Schatzfunde aus der Umgebung der wichtigsten
Zentren und Landstraßen nachgewiesen.
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Böhmischer Schmuck des 9. - 10. Jh.
Ein selbständiges Goldschmiedehandwerk hat sich schon frühzeitig entwickelt.
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In den slawischen Ländern bildeten ab dem 10. Jh. Gewerbetreibende und
Kaufleute wichtige Elemente der Gesellschaft. Sie waren nicht nur mitbestimmend
für die wirtschaftliche und die kulturelle Entwicklung, sondern waren auch an
der Gründung und dem Ausbau von Städten maßgebend beteiligt.
Zusammen mit der Arbeitsteilung gab diese Entwicklung Impulse, die noch heute
nachwirken.
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Fernhandelsverbindungen des frühmittelalterlichen Europas
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Der europäische Handel im 15. Jh.
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