Durch die Behauptung des Philosophen und Historikers J. G. Herder verbreitete
sich in der Romantik die Vorstellung von der Sanftmut der Slawen. Sie wurden im
Gegensatz zu den kampflustigen Germanen als friedliche Ackerbauern beschrieben.
Historische und archäologische Studien widerlegen diese Vorstellung. Ohne
kriegerische Fähigkeiten hätten sich niemals jene großen slawischen Expansionen
des 6. - 8. Jh. vollziehen können, auch wenn die äußeren Bedingungen dafür
günstig gewesen wären.
Beide Großmächte des Frühmittelalters, Byzanz und das Frankenreich, führten
mit wechselndem Erfolg jahrelange Kämpfe mit den slawischen Nachbarstämmen und
Staaten. Das Gleiche gilt von den unaufhörlichen Konflikten zwischen den
Ostslawen und den Steppennomaden.
Über die Rüstung der slawischen Krieger informieren archäologische Funde,
aber auch ikonographische Darstellungen.
Ein wichtiger Truppenteil der Slawenheere war die Reiterei, wenn ihre Rolle
auch nicht so entscheidend wie bei den Awaren, Bulgaren, Magyaren und sonstigen
Nomaden war. |