In der Frühgeschichte der Serben entwickelte sich das Gebiet der
Serbenstämme, das im 7. Jh. unter dem Namen RASKA bekannt war, abweichend von
den kroatischen Stämmen. Vom Ende des 8. Jh. an regierte hier die Dynastie der „ZUPANE”,
die von Viseslav gegründet und weiter von Namen wie Vlastimir, Mutimir, Strojmir
u.a. repräsentiert wurde. Während des ganzen 9. Jh. anerkannten diese Stämme,
aus denen sich später die serbische Nation entwickelte, die nominelle Oberhoheit
von Byzanz an.
Die Ausnahmen waren die kampflustigen „Neretwaner” die im Neretwa-Delta
siedelten und die Anrainerinseln Brac, Hvar, Korcula, Vis und Mljet beherrschten,
von wo aus sie die wichtige Seeverbindung zwischen Venedig und Byzanz bedrohten.
Die Venezianer bemühten sich daher um ihre Gunst und es gelang ihnen sogar, 830
die Neretwaner teilweise zur Annahme des Christentums zu bewegen. Die Konflikte
waren jedoch damit nicht beendet. Erst vierzig Jahre später wurden die
Neretwaner durch ein byzantinisches Heer bezwungen, das die Küste des
dalmatinischen Kroatiens angriff.
Ende des 9. Jh. entbrannten im Serbengebiet dynastische Kämpfe. Sowohl
Byzanz, als auch das Ende des 9. Jh im Aufschwung begriffene Erste Bulgarische
Reich griffen in diese Kämpfe ein. Sie endeten mit der völligen Besetzung
Serbiens durch den Bulgarenzaren Simeon (893-927).
Nur das kleine Fürstentum Hum auf dem heutigen Gebiet der Herzegovina blieb
im gewissen Grade unabhängig. Die übrigen serbischen Stämme errangen mit Hilfe
von Byzanz und der Kroaten erneut ihre Selbständigkeit, blieben allerdings
weiterhin unter byzantinischer Oberhoheit und in der östlichen Kultursphäre,
wodurch sie sich fortan von den Kroaten unterschieden.
Eine Herausforderung und Bedrohung war für das Reich der Byzantiner und
Bulgaren die Gründung des Serbischen Reiches im ausgehenden 12. Jh. unter Fürst
Stevan Nemanja. Das Serbische Reich erlangte jedoch erst im 14. Jh. seine größte
Bedeutung. Im Jahre 1346 ließ sich der Herrscher Stevan Dusan in Skopje
feierlich zum Zaren der Serben krönen. Unter seiner kurzen Herrschaft umfasste
das Serbische Reich auch das heutige Montenegro, Albanien, Makedonien und große
Teile von Nordgriechenland.
Bosnien, Kroatien und Slawonien hingegen standen unter ungarischer Herrschaft
und die dalmatinische Küste bis Ragusa, dem heutigen Dubrovnik und die meisten
griechischen Inseln, gehörten zur Republik Venedig. Aus der Literatur ist
bekannt, dass auch in Ägypten, im übrigen Nordafrika, im maurischen Spanien und
in Mesopotamien aus allen Stämmen der Slawen starke Gruppen aufscheinen. Diese
Slawen kamen nicht im Zuge von Expansionsbestrebungen in genannten Länder,
sondern als Sklaven, die es aber zuweilen zu bedeutenden Ansehen brachten. |