Im Nordwesten der Balkanhalbinsel siedelten sich die Slowenen an.
Sie wanderten am Ende des 6. Jh. von Osten ein und siedelten in Wellen auf
den Hängen der Täler. Berg-, Fluss-, Felder- und Ortsnamen bezeugen noch heute
ihre Landnahme. Ihre Sippen rodeten die Wälder. Sie betrieben auch Bergbau. Die
noch vorhandene keltisch-römische Kultur und das Christentum wurden von den
Slowenen vernichtet. Ein Herzog als Oberster des Volkes saß in Karnburg nahe bei
Virunum.
Um 700 nannte ein ravennatischer Geograph die Bewohner im ehemaligen Noricum
„CARONTANI”, nach dem Plateau Caranta, Carenta oder Carantum bei Karnburg. Das
Wort entstammt der illyrischen oder keltischen Sprache. In der einen Sprache
bedeutet es Stein bezw. Fels, in der anderen Sprache Freund oder Versippter.
Aus „Carantum” entstand der Name „KÄRNTEN„. Obwohl es den Slowenen gelang,
ein politisches Gebilde zu schaffen, blieb die Macht ihrer Fürsten nicht
unangefochten. Nicht alle Alteingesessenen beugten sich dem fremden Adel. Zudem
bedrohten die awarischen Nachbarn von außen die Herrschaft der Slowenen. Herzog
Boruth bat deshalb im Jahre 743 Odilo, den Baiernfürst um Hilfe. Dieser half
auch und vertrieb die Awaren. Allerdings nur, weil Boruth seine Oberhoheit, die
wiederum von den Franken abhing, anerkannte. Dadurch geschah Entscheidendes:
Die Slowenen gerieten in die Abhängigkeit der Baiern. Odilo versicherte sich
ihrer Treue, indem er Boruths Sohn Cacatius und dessen Neffen Cheitmar als
Geiseln mitnahm, sie in einem Kloster der Chiemseeinsel taufen und im
christlichen Glauben erziehen ließ.
Cacatius regierte nach seinem Vater nur kurze Zeit. Ihm folgte Cheitmar und
von ihm unterstützt, begann die zweite Christianisierung der Slowenen. Nach
Cheitmars Tod revoltierten die Slowenen und nahmen die Macht wieder in die Hand.
Der Nachfolger Odilos, Herzog Tassilo, schenkte im Jahre 769 dem Abt Otto v.
Scharnitz das Gebiet um Innichen und Toblach zur Gründung eines
Missionsklosters. Aber Tassilo rebellierte unabhängig davon, sich sogar mit den
Awaren verbindend, gegen Karl den Großen. Die Bemühungen Tassilos waren
vergeblich und er wurde vom Deutschen Kaiser abgesetzt. Baiern und auch
Karantanien wurden dem fränkischen Reich einverleibt. Da Karl der Große den
Widerstand der Awaren fürchtete, zog er 791 und 796 gegen sie zu Felde und
besiegte sie.
Karls Herrschaft reichte im Osten bis zur Donau. Er installierte die „Karantanische
Mark Friaul” unter einem Präfekten, der ab 803 auch für Karantanien zuständig
war. Bei der Reichsteilung durch Ludwig den Frommen erhielt Karls Enkel Ludwig
der Deutsche wieder das Land Baiern mit „Karantana Provincia”. Statt
slowenischer Fürsten regierten jetzt bairisch-fränkische Grafen wie einst die
Slowenenherzöge, von Karnburg aus.
Bairische Siedler zogen in die Gebiete der so genannten „Alpenslawen”. Der
slowenische Adel ging unterdessen im deutschen Adel auf indem sich Familien
versippten oder ausstarben. Dagegen bewahrten Teile der bäuerlichen Bevölkerung
ihre slawische Tradition bis heute. Karantanien erlebte damals eine ähnliche
Blüte wie zur Zeit der Römer. Arnulf, der Sohn des Königs Karlmann wertete das
Land politisch weiter auf und als Präfekt dehnte er seine Macht auf den
westlichen Teil des Balkans aus.
Diese Entwicklung und sein erfolgreiches Agieren ließen Arnulf 885 auch
Baiern erobern und 887 die Würde des fränkischen Königs gewinnen. Ab 896 war er
bis zu seinem Tod im Jahre 899 sogar deutscher Kaiser mit dem Namen „Arnulf von
Kärnten”.
Den Karolingern folgten die Luitpoldinger. Dann wurde Heinrich, ein Bruder
von Kaiser Otto II., Herzog in Baiern. Als sich jedoch der Erbe von Herzog
Heinrich mit dem Namen Heinrich der Zänker, gegen den Kaiser auflehnte, trennte
der Kaiser Kärnten von Baiern ab und machte es 976 mit den Marken Verona, Friaul,
Istrien, Krain und einem Teil der späteren Steiermark zum selbständigen
Reichsherzogtum.
Die Reichspolitik des Mittelalters versuchte, ein Gleichgewicht der
verschiedenen Kräfte herzustellen. Von 1282 bis 1918 fiel dieses Gebiet an das
Haus Habsburg. |