Ein historischer Querschnitt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Völkerwanderung
Kriegswesen
Landwirtschaft
Handwerk und Handel
Kulturelle Entwicklung
Recht
Sozialordnung
Die Tragödie des nordwestlichen Zweiges der Slawen
Wendenkreuzzug - Christianisierung und Germanisierung
Die große Expansion der Slawen
Balkanvorstoß
Die Osmanen
Die Kroaten
Die Slowenen
Mährische Reich
Die Serben
Der böhmische Premyslidenstaat als Erbe des grossmährischen Reiches
Der polnische Piastenstaat
Die slawische Expansion nach Osteuropa
Die Anfänge des Kiewer Reiches
Die Rolle der normannischen Waräger in der Geschichte der Ostslawen
Epilog
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derStandard.at/dieEchtzeit|ung

DIE SLAWEN IN EUROPA ZUR ZEIT VOR DER VÖLKERWANDERUNG

Die erste Spur der slawischen Urheimat bieten Funde einer einfachen, meist unverzierten Keramik auf dem Gebiet der Westukraine, die von den Archäologen als Kortschak - Typus bezeichnet wird.

Die großen Reiche des Altertums waren zum Ende des 4. Jh. nur mehr von geringer Bedeutung. Rom hatte den Höhepunkt seiner Macht überschritten, als der Einbruch der Hunnen weit im Osten Europas eine allgemeine Fluchtwelle auslöste. Völker, wie zum Beispiel die Germanen, Slawen und Awaren, wanderten nach Westen, andere Stämme vor sich hertreibend.

Die Römer nannten ihre neuen Nachbarn Barbaren. Doch diese Barbaren lernten von den Römern, nahmen allmählich die christliche Religion an, gründeten selbst Reiche und bereiteten dem Römischen Imperium ein Ende.

Was wissen wir von den Barbaren, die an der Wiege unseres heutigen Abendlandes standen?

Schreiben konnten sie anfangs noch nicht. Aber die Römer schrieben über sie. Zwar spärlich, aber doch. Außerdem stößt man bei Grabungen immer wieder auf ihre Toten, ihre Waffen, ihr Gerät und ihren Schmuck. Daraus ergibt sich das Bild einer Zeit, die reich an kämpferischen Ereignissen war.

Die Erfahrungen der Geschichtsforscher über diese bewegte Zeit der Völkerwanderung, sind unsere Informationen über die "ALTEN SLAWEN".

Die Slawen nahmen im Laufe des Frühmittelalters in einem dramatischen Ringen ihren festen Platz in der Geschichte Europas ein. Sie tauchten im 6. Jh. in größeren Verbänden gleichsam aus dem Dunkel der Geschichte auf und überfluteten nach den Kelten und Germanen als dritte mächtige Kolonisationswelle fast den halben Kontinent.

Sie kamen mit einer einheitlichen, aber wenig ausdrucksvollen Kultur. Sie waren einfache Ackerbauern, die neues Land suchten. Anfangs bildeten sie weder mächtige politische Organisationen, noch kulturelle Zentren von Rang, nahmen jedoch gierig die Anregungen des neuen Milieus auf. Besonders dort, wo sie mit alten Kulturen in Berührung kamen.

Die ersten slawischen Staaten entstanden im 9. und 10. Jh. in Mittel-, Südost- und Osteuropa und wurden bald zu Konkurrenten der damaligen Großmächte. Trotz einer Reihe ähnlicher Merkmale im gesamten slawischen Raum traten gleichzeitig Anzeichen einer Differenzierung auf, die im 12. und 13. Jh. zur Entstehung einzelner slawischer Nationalitäten führten.

Seit jener Zeit gingen die slawischen Völker ihre eigenen Wege und leisteten ihren spezifischen Beitrag zur europäischen Entwicklung.

In engsten Sprachkontakten standen die Slawen zu den Balten, dann zu den Germanen und Iranern, wogegen die sprachlichen Beziehungen zu den Kelten, Illyrern und Thrakern am entferntesten erscheinen. Diese Kontakte machen deutlich, in welcher ethnischen Nachbarschaft sie sich entwickelten.

DIE VÖLKERWANDERUNG UND IHRE FOLGEN

Die Völkerwanderung bildet den großen Wendepunkt in der Entwicklung der europäischen Kultur.

Als die Hunnen anfangs des 4. Jh. begannen, in Osteuropa einzufallen, veranlassten sie dadurch die germanischen Stämme, ihre Heimat zu verlassen. Die Slawen schlossen sich teilweise den Hunnen an. Der große Einfall der Hunnen um das Jahr 375 in Osteuropa löste die zweite germanische Völkerwanderung aus, die zum Vorboten für den Zerfall des Römischen Weltreiches wurde. Der Zerfall zeichnete sich bereits durch die Teilung in ein Weströmisches Reich (Rom) und ein Oströmisches Reich (Konstantinopel) ab.

Der Verfall des Imperium Romanums hatte schon weit früher begonnen, aber erst durch das Ende der Reichseinheit wurde ein deutliches Zeichen gesetzt. Im letzten Jahrzehnt des 4. Jh. fielen immer wieder andere und stärkere Stämme und Völker ein. Sie zerstörten und vernichteten römische Kulturgüter.

Die vorhandene Bevölkerung wurde durch Kriege oder Abwanderung erheblich geschwächt. In der Zwischenzeit wurde das Gebiet unserer Heimat bereits zum Durchzugsgebiet für die Völkerwanderung. Neben den zahlreichen germanischen Stämmen zogen immer mehr Slawen und östliche Reitervölker wie Langobarden, Westgoten, Alanen, Hunnen und Skythen durch dieses Land, das am Schnittpunkt zweier bedeutender Verbindungswege Europas lag. Es waren die Fernhandelsstraßen von Italien und dem Balkan nach Nordeuropa und es war die Donau, der bedeutendste Wasserweg von West nach Ost.

In der zweiten Hälfte des 6. Jh. kam das mongolische Volk der Awaren in den österreichischen Raum, der mittlerweile vor allem von den Bayern und den Slowenen besiedelt war.

In Böhmen und Mähren wurden die dortigen slawischen Stämme von den einfallenden Awaren unterworfen. Dies führte zu den verschiedenen Aufständen gegen die mongolische Herrschaft und zu einer Flucht der Slowenen in die schwer zugänglichen Alpentäler. (Alpenslawen).

Nach Konsoliderung der neuen Wohnsitze entstanden aus dem einheitlichen ethnischen Komplex drei Hauptgruppen: Westlich, Östlich, Südlich.

Einzelne Nationalsprachen begannen sich zu entwicklen.

Ende des 6. Jh. kam es zu ersten Auseinandersetzung zwischen Bayern und Slawen im Quellgebiet der Drau, nachdem auch die Bayern in den österreichischen Süden expandiert waren. Die Awaren hingegen beherrschten fast 200 Jahre lang den östlichen Teil Österreichs.

Nach dem Ende der Völkerwanderungen gelang es erst wieder dem fränkischen König Karl dem Großen, die meisten der im Okzident vorhandenen Herrschaftsbildungen zu einem Gesamtreich zu vereinigen. Das von Karl dem Großen geschaffene System der Grenzsicherung durch Marken, war vor allem für den Osten von großer Bedeutung. Nicht nur die Verteidigung des Reiches war Aufgabe der Marken, auch die Gewinnung neuen Landes sollte auf diese Weise besser erreicht werden. Mark (das alte deutsche Wort für Grenze, daher auch Markstein) bedeutet nun Grenzland. Nach seinem Sieg über die Awaren errichtete Karl der Große um 800 zwei Marken auf österreichischem Boden: Die Awarische Mark, ("Mark an der Donau") war das Gebiet von Enns bis zum Wienerwald und die Karantanische Mark ("Mark Friaul") war das Gebiet Kärntens südlich der Drau bis zur Adria mit Istrien und dem östlichen Norditalien.

Die späte Kaiserzeit und die ersten Germanenreiche 285 - 451

Barbarenreiche 451 - 476

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