DIE SLAWEN IN EUROPA ZUR ZEIT VOR DER VÖLKERWANDERUNG
Die erste Spur der slawischen Urheimat bieten Funde einer einfachen, meist
unverzierten Keramik auf dem Gebiet der Westukraine, die von den Archäologen als
Kortschak - Typus bezeichnet wird.
Die großen Reiche des Altertums waren zum Ende des 4. Jh. nur mehr von
geringer Bedeutung. Rom hatte den Höhepunkt seiner Macht überschritten, als der
Einbruch der Hunnen weit im Osten Europas eine allgemeine Fluchtwelle auslöste.
Völker, wie zum Beispiel die Germanen, Slawen und Awaren, wanderten nach Westen,
andere Stämme vor sich hertreibend.
Die Römer nannten ihre neuen Nachbarn Barbaren. Doch diese Barbaren lernten
von den Römern, nahmen allmählich die christliche Religion an, gründeten selbst
Reiche und bereiteten dem Römischen Imperium ein Ende.
Was wissen wir von den Barbaren, die an der Wiege unseres heutigen
Abendlandes standen?
Schreiben konnten sie anfangs noch nicht. Aber die Römer schrieben über sie.
Zwar spärlich, aber doch. Außerdem stößt man bei Grabungen immer wieder auf ihre
Toten, ihre Waffen, ihr Gerät und ihren Schmuck. Daraus ergibt sich das Bild
einer Zeit, die reich an kämpferischen Ereignissen war.
Die Erfahrungen der Geschichtsforscher über diese bewegte Zeit der
Völkerwanderung, sind unsere Informationen über die "ALTEN SLAWEN".
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Die Slawen nahmen im Laufe des Frühmittelalters in einem dramatischen Ringen
ihren festen Platz in der Geschichte Europas ein. Sie tauchten im 6. Jh. in
größeren Verbänden gleichsam aus dem Dunkel der Geschichte auf und überfluteten
nach den Kelten und Germanen als dritte mächtige Kolonisationswelle fast den
halben Kontinent.
Sie kamen mit einer einheitlichen, aber wenig ausdrucksvollen Kultur. Sie
waren einfache Ackerbauern, die neues Land suchten. Anfangs bildeten sie weder
mächtige politische Organisationen, noch kulturelle Zentren von Rang, nahmen
jedoch gierig die Anregungen des neuen Milieus auf. Besonders dort, wo sie mit
alten Kulturen in Berührung kamen.
Die ersten slawischen Staaten entstanden im 9. und 10. Jh. in Mittel-,
Südost- und Osteuropa und wurden bald zu Konkurrenten der damaligen Großmächte.
Trotz einer Reihe ähnlicher Merkmale im gesamten slawischen Raum traten
gleichzeitig Anzeichen einer Differenzierung auf, die im 12. und 13. Jh. zur
Entstehung einzelner slawischer Nationalitäten führten.
Seit jener Zeit gingen die slawischen Völker ihre eigenen Wege und leisteten
ihren spezifischen Beitrag zur europäischen Entwicklung.
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In engsten Sprachkontakten standen die Slawen zu den Balten, dann zu den Germanen und Iranern, wogegen die sprachlichen Beziehungen zu den Kelten, Illyrern und Thrakern am entferntesten erscheinen. Diese Kontakte machen deutlich, in welcher ethnischen Nachbarschaft sie sich entwickelten.
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DIE VÖLKERWANDERUNG UND IHRE FOLGEN
Die Völkerwanderung bildet den großen Wendepunkt in der Entwicklung der
europäischen Kultur.
Als die Hunnen anfangs des 4. Jh. begannen, in Osteuropa einzufallen,
veranlassten sie dadurch die germanischen Stämme, ihre Heimat zu verlassen. Die
Slawen schlossen sich teilweise den Hunnen an. Der große Einfall der Hunnen um
das Jahr 375 in Osteuropa löste die zweite germanische Völkerwanderung aus, die
zum Vorboten für den Zerfall des Römischen Weltreiches wurde. Der Zerfall
zeichnete sich bereits durch die Teilung in ein Weströmisches Reich (Rom) und
ein Oströmisches Reich (Konstantinopel) ab.
Der Verfall des Imperium Romanums hatte schon weit früher begonnen, aber erst
durch das Ende der Reichseinheit wurde ein deutliches Zeichen gesetzt. Im
letzten Jahrzehnt des 4. Jh. fielen immer wieder andere und stärkere Stämme und
Völker ein. Sie zerstörten und vernichteten römische Kulturgüter.
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Die vorhandene Bevölkerung wurde durch Kriege oder Abwanderung erheblich
geschwächt. In der Zwischenzeit wurde das Gebiet unserer Heimat bereits zum
Durchzugsgebiet für die Völkerwanderung. Neben den zahlreichen germanischen
Stämmen zogen immer mehr Slawen und östliche Reitervölker wie Langobarden,
Westgoten, Alanen, Hunnen und Skythen durch dieses Land, das am Schnittpunkt
zweier bedeutender Verbindungswege Europas lag. Es waren die Fernhandelsstraßen
von Italien und dem Balkan nach Nordeuropa und es war die Donau, der
bedeutendste Wasserweg von West nach Ost.
In der zweiten Hälfte des 6. Jh. kam das mongolische Volk der Awaren in den
österreichischen Raum, der mittlerweile vor allem von den Bayern und den
Slowenen besiedelt war.
In Böhmen und Mähren wurden die dortigen slawischen Stämme von den
einfallenden Awaren unterworfen. Dies führte zu den verschiedenen Aufständen
gegen die mongolische Herrschaft und zu einer Flucht der Slowenen in die schwer
zugänglichen Alpentäler. (Alpenslawen).
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Nach Konsoliderung der neuen Wohnsitze entstanden aus dem einheitlichen ethnischen Komplex drei Hauptgruppen: Westlich, Östlich, Südlich.
Einzelne Nationalsprachen begannen sich zu entwicklen.
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Ende des 6. Jh. kam es zu ersten Auseinandersetzung zwischen Bayern und
Slawen im Quellgebiet der Drau, nachdem auch die Bayern in den österreichischen
Süden expandiert waren. Die Awaren hingegen beherrschten fast 200 Jahre lang den
östlichen Teil Österreichs.
Nach dem Ende der Völkerwanderungen gelang es erst wieder dem fränkischen
König Karl dem Großen, die meisten der im Okzident vorhandenen
Herrschaftsbildungen zu einem Gesamtreich zu vereinigen. Das von Karl dem Großen
geschaffene System der Grenzsicherung durch Marken, war vor allem für den Osten
von großer Bedeutung. Nicht nur die Verteidigung des Reiches war Aufgabe der
Marken, auch die Gewinnung neuen Landes sollte auf diese Weise besser erreicht
werden. Mark (das alte deutsche Wort für Grenze, daher auch Markstein) bedeutet
nun Grenzland. Nach seinem Sieg über die Awaren errichtete Karl der Große um 800
zwei Marken auf österreichischem Boden: Die Awarische Mark, ("Mark an der
Donau") war das Gebiet von Enns bis zum Wienerwald und die Karantanische Mark
("Mark Friaul") war das Gebiet Kärntens südlich der Drau bis zur Adria mit
Istrien und dem östlichen Norditalien.
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Die späte Kaiserzeit und die ersten Germanenreiche 285 - 451
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Barbarenreiche 451 - 476
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